Hab eine Weile für diesen Beitrag gebraucht, aber irgendwie war ich die letzte Zeit auch viel zu faul, um mich mal an den Rechner zu setzen 😉 Liegt vielleicht ebenfalls ein bisschen an der Hitze / Luftfeuchtigkeit hier an der Riviera Maya… bevor ich jetzt aber noch weiter Ausreden suche fange ich lieber an zu Erzählen!
Tauchen auf San Pedro
Die notwendige Umplanung in Placencia hatte Julia, Alex und mich letztendlich nach San Pedro (Belize) geführt. Kann man sich ungefähr als Caye Caulker in groß vorstellen. Ebenfalls sehr schön, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich das kleinere Eiland im Süden bevorzugen 🙂 Unsere Finanzplanung mussten wir aufgrund des Osterfests und des allgemein höheren Preislevels im Vergleich zu Honduras doch ein Stück nach oben korregieren. Hatten aber glücklicherweise noch ein super Appartement gefunden, was ziemlich zentral lag. Da über die Feiertage auf der Insel die Hölle los war und das Osterfest mit zahlreichen (lautstarken) Parties am Strand gefeiert wurde, haben wir zu Beginn dank des doch recht intensiven Basses gleich eine Massage im Bett mit dazu bekommen. Was will man mehr?
Unser eigentliches Ziel war ja die Absolvierung des Advanced Open Water Divers, was wir dann direkt am zweiten Tag vor Ort in Angriff genommen haben. Das Belize Pro Dive Center hatte online recht gute Bewertungen und sollte letztendlich auch unser „Ausbildungsbetrieb“ werden. Da Abholungen mit dem Boot inklusive waren, war die etwas entferntere Lage ebenfalls kein Problem. Für die Zertifizierung brauchten wir im Endeffekt fünf Tauchgänge, von denen Einige fest vorgeschrieben sind und der Rest frei gewählt werden kann:
- Tieftauchen bis 30m – Pflicht
- Unterwasser-Navigation – Pflicht
- Nitrox – Wahl
- Fischbestimmung – Wahl
- Fortgeschrittene Tarieriung – Wahl
Die Tauchgänge waren mal wieder einmalig und die Unterwasserwelt fasziniert mich jedes Mal mehr. Wir haben zahlreiche Ammenhaie, Grüne Muränen, Riesenschildkröten und allerlei bunte Fische gesehen und nebenbei sogar noch einiges über das Tauchen dazu gelernt. Die GoPro war zwar nicht immer dabei, aber beim Fotoalbum zu Belize gibt es schon ein paar Eindrücke. Muss mir definitiv noch einen Rotfilter für die Kamera zulegen, da aufgrund der Langwelligkeit von Rot diese Farbe unter Wasser zuerst rausgefiltert wird wie man unschwer erkennen kann. Alex hatte für seine GoPro einen separaten Filteraufsatz dabei, musste aber leider bereits nach dem ersten Tauchgang dessen Verlust (inkl. der GoPro) vermelden 🙁 Das gute Stück schlummert jetzt irgendwo auf dem Grund des Ozeans vor der Küste San Pedros, weil die „Armbandhalterung“ zwar als Armband, aber weniger als Halterung gedient hat… Trotz aller Widrigkeiten durften wir dann am Ende des zweiten Tauchtages unsere Zertifizierung in den Händen halten. War zwar erstmal nur als E-Mail, aber der richtige Ausweis dürfte mittlerweile schon zu Hause in Deutschland angekommen sein 🙂
Auch sonst haben wir die Zeit auf San Pedro gut genutzt. Julia und Alex haben sich ein bisschen Freiraum zum Entspannen genommen, weil es für die beiden anschließend schon wieder nach Deutschland ging. Ich habe mir zwischendurch die lokale Box auf San Pedro (Crossfit Wolf) angesehen und nach langem Faulenzen ein paar Trainingseinheiten mitgemacht. Zur fehlenden Fitness kamen dann noch die leicht erhöhten Temperaturen (~ 25-30 °C am Abend)… hab mich zwischenzeitlich wie ein nasses Handtuch gefühlt, das gerade ausgewrungen wird. Nichtsdestotrotz tat es mal wieder gut sich zu bewegen, was sich auf Reisen ja nicht immer ganz einfach gestaltet.
Leben in Playa del Carmen
Anschließend musste ich meinen Besuch aus Deutschland schweren Herzens in Richtung Heimat verabschieden und für mich ging es am 05.04. weiter nach Playa del Carmen, wo ja gerade meine herzallerliebste Cousine ihre Zeit als Tourguide verbringt. Die Stadt an der Riviera Maya hat mir auch auf Anhieb gut gefallen, was einerseits wahrscheinlich daran liegt, dass Anne mir die ganzen guten Spots zeigen konnte und das Stadtbild andererseits (im Gegensatz zu Tulum) sehr schön aussieht. In den drei Wochen in PDC habe ich auch gar nicht sooooo viel gemacht, aber die Zeit trotzdem vollumfänglich genossen. Anne und ihr Freund Pepe wohnen nämlich nur einen Steinwurf von „Crossfit Homeless“ entfernt, wo ich doch einiges an Zeit verbracht habe. Ist eine Outdoor-Box mit genialem Ambiente und einer Menge netten Leuten! Definitiv empfehlenswert, wenn man nicht gerade an einer Hundeallergie leidet. Die werden da nämlich ebenso gern aufgenommen wie die Mitglieder. Ansonsten habe ich noch ein bisschen Zeit ins Spanisch lernen investiert, wobei wir hauptsächlich an meiner Aussprache gearbeitet habe. Weiß gar nicht wie oft ich „todos modos“ und „errores“ versucht habe richtig zu betonen. Hab mich wie der letzte Trottel gefühlt, aber ich hoffe einfach mal, dass es was gebracht hat.
Mit Anne und Pepe haben wir dann zusammen die Nachmittage / Abende verbracht, wenn die beiden vom Arbeiten nach Hause gekommen sind. Hab mich ein bisschen wie das Kind der Familie gefühlt und die Rolle glaube auch ganz gut ausgefüllt 😀 Zwischenzeitlich ist Anne leider ein bisschen krank geworden, aber für unseren gemeinsamen Kurztrip nach Kuba am Ende der drei Wochen war sie zum Glück wieder gesund. Ist auch gar nicht so einfach, wenn man als Tourguide immer flexible sein muss (Benachrichtigung, ob man den nächsten Tag arbeiten muss, gibt es erst zwischen 18-19 Uhr) und sich eigentlich keine Pause gönnen darf. So etwas wie eine Krankschreibung gibt es in Mexiko ja eher nicht. Die beiden bekommen das aber super hin und haben mir in meiner Zeit dort einige interessante Sachen über die Vielfalt von Flora und Fauna an der Riviera Maya erklärt.
Inselleben: Holbox und Isla Mujeres
Ein Wochenende habe ich genutzt um mir die beiden Inseln Holbox und Isla Mujeres weiter nördlich anzusehen. Vor allem Holbox ist allemal ein einzigartiges Ausflugsziel, was den Tourismus der Yucatan Halbinsel komischerweise noch nicht zu sehr angezogen hat. Fand ich aber ganz gut, weil die Insel wirklich einen wunderbaren Charme hat und ich mich ein bisschen wie auf Caye Caulker gefühlt habe. Die wenige Zeit vor Ort wollte ich auf jeden Fall gut nutzen. Zuerst ging es zum Sonnenuntergang zum Playa Tortuga (grandios – siehe Titelbild), danach in die Stadt zum Essen und letztendlich zurück zum Playa Tortuga, um mir Nachts das leuchtende Meer anzusehen. Dort gibt es nämlich Phytoplankton, das mit seiner Biolumineszenz ein blaues Licht im Wasser erzeugen kann. Leider hatte ich damit nicht ganz soviel Glück, obwohl ich bis um ein Uhr in der Nacht mit zahlreichen weiteren Schaulustigen gewartet hatte. Immerhin habe ich kurzfristig blau leuchtende Fußstapfen im seichten Wasser hinterlassen, wofür sich der Ausflug definitiv schon gelohnt hat! Am nächsten Morgen bin ich nochmal den wunderschönen Playa de Holbox abgelaufen und hab mich fast ein bisschen geärgert, dass ich nicht mehr Zeit habe dieses Karibikfeeling weiter auszukosten. Nebenbei kann man auf Holbox wohl auch super Kiten und sonstige Wassersportarten betreiben, aber das hebe ich mir einfach für später auf^^
Am selben Tag stand nämlich auch noch Isla Mujeres an, die direkt vor der Küste der Touristenhochburg Cancún liegt. Ist eigentlich ähnlich wie Holbox nur mit viel viel mehr Leuten. Nach einem ebenfalls sehr sehenswerten Sonnenuntergang, habe ich mir noch eine Sportsbar gesucht und mit die NBA Playoffs angesehen. Man muss sich ja auch mal Zeit für die wirklich wichtigen Dinge nehmen 😉
Danach ging es auch schon wieder zurück nach Playa del Carmen und obwohl ich nur zwei Tage weg war, habe ich mich richtig „auf zu Hause“ gefreut. Alleine Reisen ist zwar auch immer spannend, aber gerade in den beiden Tagen habe ich mitbekommen, dass ich doch deutlich lieber mit Leuten unterwegs bin. Also entweder müsste ich mir an einem Ort mehr Zeit nehmen oder mit Freunden reisen. Da ich Ersteres jetzt schon einige Zeit gemacht habe weiß ich, dass ich Zweites definitiv präferiere!
¡Viva Cuba!
Zum Schluss meines Aufenthalts stand nochmal ein Schmankerl an: Da Kuba nicht weit weg ist und Anne dort auch eine gute Freundin hat, wollten wir dafür kurzfristig Flüge buchen. Pepe kannte glücklicherweise einen Kumpel, der uns einen Hin- und Rückflug für 50US$ besorgt hat. Wir brauchten „nur“ zwei Reisetaschen voll täglicher Gebrauchsgüter mit über die Grenze nehmen (Zahnpasta, Schuhe, Kleidung, etc.). Fühlt sich ein bisschen wie „Leben am Limit“ an, aber war im Endeffekt kein großes Ding. Wir durften uns die Taschen vorher ansehen und im schlimmsten Fall hätten wir ein paar Steuern bezahlen müssen. Ist aber alles gut gegangen, obwohl wir auf dem Hinflug einen Umweg über Varadero geflogen sind, da in Havanna die Lichter der Landebahn ausgefallen waren. In Varadero hatte ich ehrlich gesagt auch meine bisher wackligste Landung, aber um drei Uhr standen wir dann doch irgendwie (mit vier Stunden Verspätung) am Flughafen in Havanna, wo wir glücklicherweise auch gleich in Empfang genommen wurden. Annes Freundin Doreen hatte uns nämlich einen Fahrer und eine Casa Particular (letztendlich wie ein Ferienwohnung) organisiert, wo wir dann direkt totmüde ins Bett gefallen sind. Nach circa fünf Stunden Schlaf ging es gleich zum Frühstück und danach weiter in die Stadt.
Ich hatte ja so eine grobe Vorstellung, was mich in Kuba erwartet und es war fast genauso… eigentlich nur viel besser. Allein das Lebensgefühl und die Grundstimmung kann man schwer in Worte oder Bilder fassen. Wir hatten einen wunderbaren Tag an dem wir die Hitze hauptsächlich mit zahlreichen Mojitos und Livemusik bekämpft haben. Doreen hat uns dabei die schönsten Ecken und Bars der Stadt gezeigt. Die Gegensätze sind schon krass, wenn man in der Altstadt die verfallenen Gebäude sieht, die aber trotzdem wunderschön hergerichtet und bewohnt sind. Selbst Nachts sind viele Türen noch offen und es wird Musik gespielt. Ohne könnten die Kubaner glaube ich auch nicht überleben. Anderseits gibt es auch recht moderne Gegenden, bei denen dann aber meistens der Staat für den Prunk verantwortlich ist. Obwohl ich mich selber sehr wohlgefühlt habe, kann ich mir im gleichen Atemzug vorstellen, wie schwierig das Leben für die Kubaner selber manchmal sein kann. Von den Versorgungsengpässen und Arbeitslagern bekommt man ja als Tourist eigentlich kaum etwas mit…
Mein persönliches Highlight war die Sia-Kara Bar direkt hinter dem Kapitol, wo es am Abend lecker Essen mit Saxophon-Musik gab. Da wir ja leider nur einen Tag in Havanna verbringen konnte, muss ich eh nochmal nach Kuba zurück. Dann steht die Sia-Kara Bar auf jeden Fall ganz oben auf der ToDo-Liste! Sehr beeindruckend fand ich auch den Malecón. Das ist einfach eine Ufermauer, auf der sich Nachts gefühlt alle Leute in Havanna zum gemeinsamen Rumhängen treffen.
Der Tag selber ist wie im Flug vergangen und nach einem köstlichen Frühstück am zweiten Morgen mussten wir uns leider schon wieder von Doreen verabschieden und unseren Weg zum Flughafen antreten. Hätten wir natürlich gewusst, dass unser Flug 10h Verspätung hat, wären wir wahrscheinlich noch ein bisschen länger in der Stadt geblieben… Da aber der Rückweg mit dem Taxi recht weit und teuer ist, haben wir Sitzfleisch bewiesen und sind ziemlich erschöpft gegen zwei Uhr Nachts wieder in Playa del Carmen angekommen, wo Pepe sogar netterweise noch auf uns gewartet hat 🙂
An dieser Stelle auch noch einmal einen riesen Dank an Anne und Pepe, dass sie mich so nett aufgenommen haben und dass ich mich als fauler Parasit im Gästezimmer einnisten konnte 😉 Werde die schöne Zeit auf jeden Fall in meinem Herzen behalten und freue mich dann schon, wenn es die beiden im Herbst nach Deutschland schaffen!!!
Auf dem nächsten Teil meiner Reise darf ich mich nun über die Gesellschaft von Kim und Nina freuen! Zusammen erkunden wir jetzt noch den südlichen Teil der Riviera Maya bevor es am Ende nochmal nach Belize geht. Bin echt super froh, dass es immer wieder jemand aus Deutschland nach Mittelamerika schafft. So macht das Reisen mindestens doppelt so viel Spaß wie ohnehin schon 🙂
