„Warum machen wir uns den Stress überhaupt?“ – ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie oft ich mir die Frage gestellt habe, bevor wir endlich ins Flugzeug nach Istanbul gestiegen sind… Eigentlich hatten wir einen richtig guten Plan, um an unser Reiseziel Christchurch in Neuseeland zu gelangen. Doch irgendwie kam dann dieser furchtbare Angriff auf den Iran dazwischen und wir konnten quasi nochmal von vorn anfangen. Nur mit dem Unterschied, dass wir einerseits unsere Wohnung bereits untervermietet hatten und raus mussten und andererseits jeder weitere „Planungstag“ von unserer Reisezeit abgeht.
Aber fangen wir doch kurz von vorn an: Ich hatte bereits seit Mitte Februar Elternzeit und wir sind richtig gut voran gekommen unsere Wohnung übergabefertig zu bekommen. Klar, die letzten Tage sind immer stressig, aber das hatten wir ganz gut im Griff. Wir wollten ursprünglich am 01.03.2026 nach Dubai fliegen und eine Freundin von Xenia für ein paar Tage besuchen, bevor es am 05.03.2026 nach Christchurch weiter gegangen wäre… Am Samstag, den 28.02., kamen dann die ersten Eilmeldungen vom Angriff auf dem Iran rein und ich hab zu Beginn noch gar nicht überrissen, was das für uns bedeuten könnte. An und für sich waren wir ja auch gut beschäftigt mit Packen und sauber machen. Gegen Ende des Tages gab es immer mehr News, dass der Iran zum Rundumschlag ausholt und auch noch alle Nachbarn mit Drohnen beschossen werden. Da standen wir also mit unseren Taschen und haben quasi gewartet, bis unser Flug offiziell gecancelt wird – ohne Idee wie wir alternativ nach Christchurch kommen. Zum Glück sind wir für ein paar Tage bei Xenia’s Schwester in Hamburg unter gekommen und konnten uns dort ein bisschen Sortieren. Die Hotlines von Emirates waren natürlich hoffnungslos überfüllt und auch am Schalter am Hamburger Flughafen konnte uns niemand weiterhelfen, so dass wir auf uns gestellt waren. Zu allem Überfluss hatte Linnea zwei Tage vor Abflug noch Fieber bekommen und wir haben uns echt Sorgen gemacht, ob das mit dem Fliegen überhaupt klappt. Zumindest da hat der etwas längere Aufenthalt in Deutschland ein wenig geholfen.
Die ursprünglichen Flüge habe ich dann erstmal storniert und eine Rückerstattung beantragt. Dadurch werden netterweise alle weiteren Flüge auf dem Ticket nichtig, weswegen wir uns irgendwann in naher Zukunft auch wieder um die Rückflüge kümmern dürfen… Naja, im Endeffekt hat Xenia zum Glück passable Flüge über Istanbul und Singapur nach Christchurch gefunden, so dass wir am 04.03.2026 mit ein bisschen Verspätung und einem echt komischen Bauchgefühl die Reise antreten konnten. Puh. Das waren definitiv ein paar nervenaufreibende Tage.
In Istanbul selbst hatten wir erstmal ein paar Tage zum Angekommen eingeplant (am 10.03.2026 sollte es erst nach Singapur weiter gehen), damit sich vielleicht auch ein bisschen Urlaubsgefühl einstellt. Das hat dann überraschenderweise richtig schnell und gut funktioniert. Hätte nie gedacht, dass mir eine so laute und dreckige Stadt trotzdem so gut gefällt… Unser Appartement in der Nähe vom Taksim Platz ist eigentlich recht gut gelegen, aber irgendwie braucht man gefühlt eh immer eine Stunde, um irgendwo hin zu kommen. So haben wir uns für jeden Tag einen Ausflug vorgenommen, um die Stadt zu erkunden und um unsere Pace zu finden. Reisen mit Kind ist diesbezüglich auf jeden Fall deutlich anders, als das „normale“ Reisen. Im Großen und Ganzen macht Linnea aber super mit und hat meiner Einschätzung nach ziemlich viel Spaß mit uns unterwegs zu sein 🙂
Am ersten Tag haben wir zu Beginn unsere nähere Umgebung erkundet und direkt am Taksim Platz ein sehr leckeres türkisches Frühstück gefunden. Durch die Istiklal Einkaufsstraße ging es anschließend bis zum Galata Turm und dann war der Ausflug auch schon wieder vorbei. Man merkt, wir lassen uns auf keinen Fall hetzen!
Der zweite Tag führte uns dann zu etwas größeren Sehenswürdigkeiten. Die Hagia Sofia und die blaue Moschee stehen direkt beieinander und bieten echt ein beeindruckendes Bild. Besonders zur Gebetszeit, wenn die Gebete live mit Lautsprechern auf allen Plätzen ausgestrahlt werden. Danach konnten wir uns die blaue Moschee sogar von innen ansehen. War für uns Drei alle das erste Mal, dass wir eine Moschee betreten durften. Das Bild davon kommt auf jeden Fall ins Familienalbum.
Am dritten Tag verschlug es uns dann erstmalig auf die asiatische Seite. Mittels Fähre ging das über den Bosporus recht flott, so dass wir auf der anderen Seite noch das Kadiköy Viertel erkunden konnten. Die Fahrt mit der Fähre selbst war schon ein Highlight, aber Kadiköy hat mit schönen kleinen Gässchen und tollen Cafés / Läden ebenfalls einiges zu bieten. So ähnlich ging es dann auch die nächsten beiden Tage weiter. An Tag Vier hat es uns ins Fener Viertel verschlagen. Dort ist es vor allem richtig schön, wenn man dem ganz großen Trubel von Istanbul entgehen will und trotzdem Lust auf die ein oder andere Sehenswürdigkeit hat. Bei uns waren es am Ende die Süleymaniye-Moschee und die Watzmann Coffee Bakery, mit denen wir den Tag genügsam ausklingen lassen haben. Am fünften und letzten Tag ging es dann nochmal auf die asiatische Seite ins Üsküdar Viertel, wo wir uns eigentlich nur eine Straße und die sehr empfehlenswerten Cafés angesehen bzw. ausprobiert haben 🙂 In dem Zusammenhang ist vielleicht noch die Fahrt über die Bosporus-Brücke zu empfehlen. War nicht ganz einfach den richtigen Bus zu erreichen, aber der Aufwand hat sich definitiv gelohnt!
Damit war unsere Zeit in Istanbul bereits vorbei und wir durften uns schon auf die nächsten Abenteuer in Singapur und Neuseeland freuen. Weiß nicht genau, wann ich es schaffen werde dazu etwas zu schreiben, aber das wird auf jeden Fall auch hier gepostet 😉
